Prophylaxe & Parodontitis
Die meisten Zähne gehen
nicht plötzlich verloren.
Es ist ein schleichender Prozess. Einer, der jahrelang kaum wehtut – und dann irgendwann nicht mehr aufzuhalten ist. Wir erklären, wie er entsteht, und was ihn stoppt.
Termin vereinbarenProphylaxe
Was Prophylaxe wirklich ist
Nicht nur Zähne putzen lassen.
Viele denken bei der Prophylaxe an eine gründliche Reinigung – und das stimmt. Aber es ist mehr als das. Unsere Prophylaxe-Spezialistinnen messen bei jedem Termin die Entzündungswerte, erkennen frühe Zeichen einer Parodontitis und zeigen Ihnen, wo Ihre eigene Putztechnik Lücken hat.
Das ist der Unterschied zwischen einer Reinigung und echter Vorsorge. Eine Reinigung entfernt, was da ist. Prophylaxe verhindert, was kommen würde.
Wir arbeiten mit Ultraschall und AirFlow – schonend, gründlich, ohne Würgereiz. Unser Prophylaxe-Team: Helena, Renate, Melina, Johanna, Manuela und Denise.
Was beim Prophylaxe-Termin passiert
- 1
Plaque einfärben
Wir machen sichtbar, wo Bakterien sitzen – auch dort, wo Sie es nicht sehen.
- 2
Zahnstein entfernen
Harte Ablagerungen, die die eigene Zahnbürste nicht erreicht.
- 3
AirFlow-Reinigung
Schonende Tiefenreinigung aller Zahnflächen und Zahnzwischenräume.
- 4
Politur & Fluoridierung
Schutzschicht für die Zahnoberfläche. Karies hat weniger Angriffsfläche.
Wie oft zur Prophylaxe?
Gesunde Patienten
1–2×
pro Jahr. Das reicht, wenn keine erhöhten Risikofaktoren vorliegen und die Entzündungswerte stabil sind.
Erhöhtes Risiko
3–4×
pro Jahr. Raucher, Diabetiker, Patienten mit Stress oder Medikamenten, die das Zahnfleisch beeinflussen.
Implantatträger
3–4×
pro Jahr. Implantate brauchen besondere Pflege. Eine Periimplantitis kann zum Implantatverlust führen.
Was passiert, wenn man nichts tut
Die Kaskade, die niemand sieht – bis es zu spät ist.
Plaque sammelt sich an
Bakterien bilden täglich einen Biofilm auf den Zähnen. Die eigene Zahnbürste entfernt das meiste – aber nicht alles.
Zahnfleisch entzündet sich (Gingivitis)
Das Zahnfleisch wird rot, schwillt an, blutet beim Putzen. Noch reversibel. Noch kein bleibender Schaden. Aber ein klares Warnsignal.
Zahnfleischtaschen entstehen
Das Zahnfleisch zieht sich zurück. Bakterien siedeln sich tiefer an. Jetzt beginnt der Angriff auf den Knochen. Oft noch schmerzfrei.
Knochenabbau (Parodontitis)
Der Kieferknochen baut sich ab. Der Zahn verliert seinen Halt. Zähne lockern sich. Jetzt ist eine aktive Therapie zwingend notwendig.
Zahnverlust
Der Zahn fällt aus oder muss gezogen werden. Der Knochen fehlt. Eine Versorgung mit Implantaten wird aufwendiger – manchmal unmöglich ohne vorherigen Knochenaufbau.
Diese Kaskade lässt sich an jedem Punkt unterbrechen. Je früher, desto einfacher. Prophylaxe stoppt sie bei Stufe 1 und 2. Parodontitistherapie stoppt sie bei Stufe 3 und 4.
Parodontitis
Was Parodontitis ist
Eine chronische Erkrankung – kein einmaliges Problem.
Parodontitis ist eine bakteriell bedingte Entzündung des Zahnhalteapparates. Die Bakterien in den Zahnfleischtaschen greifen nicht nur das Zahnfleisch an – sie zerstören nach und nach den Kieferknochen.
Was viele nicht wissen: Diese Bakterien bleiben nicht im Mund. Sie wandern über die Blutbahn in den ganzen Körper und können Herzinfarkte, Schlaganfälle und Diabetes begünstigen. Parodontitis ist keine reine Zahnerkrankung.
Dr. Andreas Vogtner ist Master of Science in Parodontologie und Implantologie sowie ITI Diploma-Träger. Er behandelt Parodontitis seit Jahren – von leichten Fällen bis zu schweren Erkrankungen, bei denen andere nicht mehr weiter wissen.
Typische Symptome
Blutungen beim Zähneputzen
Gesundes Zahnfleisch blutet nicht. Blutungen sind ein Frühzeichen – kein Normalzustand.
Persistenter Mundgeruch
Trotz guter Hygiene – deutet oft auf Bakterien in tiefen Taschen hin.
Empfindliche oder freiliegende Zahnhälse
Das Zahnfleisch zieht sich zurück. Die Zähne wirken länger. Kalt und warm schmerzen.
Lockere Zähne
Wenn Zähne wackeln, ist der Knochen bereits angegriffen. Sofort zum Zahnarzt.
Der Behandlungsweg
Kein einmaliger Eingriff. Ein strukturierter Prozess.
Die moderne Parodontitis-Therapie folgt einem klaren Ablauf – von der aktiven Behandlung bis zur lebenslangen Nachsorge. Jeder Schritt hat seinen Grund.
Schritt 1
Befund & Diagnose
Umfassende Untersuchung
Wir messen alle Zahnfleischtaschen, dokumentieren Blutungspunkte und erstellen ein vollständiges Bild der Erkrankung. Erst dann planen wir die Therapie – individuell, nicht nach Schema.
Schritt 2
Aktive Therapie
Antiinfektiöse Therapie (AIT)
Wir reinigen alle Zahnfleischtaschen gründlich – unterhalb des Zahnfleischrandes. Harte und weiche Beläge, bakterielle Biofilme, alles was die Entzündung am Laufen hält. Nach einigen Wochen kontrollieren wir, wie das Gewebe angesprochen hat.
2 Jahre
Schritt 3
Erste Nachsorge
Unterstützende Parodontitistherapie (UPT) – Kassenphase
Nach der aktiven Therapie beginnt die UPT. Regelmäßige Kontrollen, Taschenreinigung, Entzündungsmessung. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt diese intensive Nachsorge für exakt zwei Jahre.
Warum ist das wichtig? Weil Parodontitis eine chronische Erkrankung ist. Die Entzündung ist gestoppt – aber die Anfälligkeit bleibt. Ohne Nachsorge beginnt der Prozess von vorn.
Lebenslang
Schritt 4
Lebenslange Sicherung
Private UPT – nach den zwei Jahren
Wenn die Kassenleistung endet, ist die Erkrankung nicht geheilt. Parodontitis ist wie Bluthochdruck: Man kann sie hervorragend einstellen und kontrollieren – aber sie verschwindet nicht.
Patienten, die die Nachsorge abbrechen, erleiden sehr häufig einen Rückfall. Die Taschen werden wieder tiefer, der Knochenabbau beginnt von vorn.
Private UPT vs. normale PZR – der Unterschied
| Merkmal | Normale PZR | Private UPT |
|---|---|---|
| Reinigungstiefe | Oberflächlich | Tief in die Taschen |
| Taschenmessung | Nein | Ja, bei jedem Termin |
| Blutungstest (BOP) | Nein | Ja – zeigt aktive Entzündung |
| Befunddokumentation | Nein | Ja, mit Verlaufskontrolle |
| Zielgruppe | Gesunde Patienten | Parodontitis-Patienten |
Patienteninformation
Alles über Ihre Parodontitis-Therapie – zum Nachlesen.
Wir haben die wichtigsten Informationen zu Ihrer Behandlung, dem Ablauf der UPT und den Kosten in einer Broschüre zusammengefasst. Damit Sie in Ruhe nachlesen können, was auf Sie zukommt.
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