Ratgeber / Zahnersatz

Zahnprothese oder Implantat – was ist die bessere Wahl?

Zahnprothese oder Implantat? Beide Optionen haben Vor- und Nachteile. Erfahren Sie, wann welche Lösung sinnvoll ist – und warum die Entscheidung nicht nur von den Kosten abhängen sollte.

Dr. Andreas Vogtner
· Zahnersatz

Wenn mehrere Zähne fehlen oder alle Zähne ersetzt werden müssen, stehen Patienten vor einer Entscheidung: Prothese oder Implantate? Beide Optionen können funktionieren – aber sie sind grundlegend verschieden in dem, was sie leisten, was sie kosten und wie sie sich im Alltag anfühlen.

Die herausnehmbare Prothese

Eine herausnehmbare Prothese – ob Teilprothese oder Vollprothese – ist die klassische Lösung. Sie wird täglich herausgenommen, gereinigt und nachts in Wasser aufbewahrt. Die Kosten sind vergleichsweise niedrig, und die Krankenkasse übernimmt einen Teil.

Das Problem: Prothesen sitzen auf dem Zahnfleisch und dem Knochen. Weil sie keinen Druck auf den Knochen ausüben wie natürliche Zähne oder Implantate, baut sich der Kieferknochen unter der Prothese ab. Mit der Zeit passt die Prothese schlechter, rutscht, drückt. Viele Prothesenträger berichten, dass sie bestimmte Speisen meiden, weil die Prothese nicht sicher sitzt.

Das Implantat

Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel aus Titan, die in den Kieferknochen eingesetzt wird. Darauf sitzt eine Krone, eine Brücke oder – bei vollständig zahnlosem Kiefer – eine festsitzende Prothese (All-on-4 oder All-on-6).

Der entscheidende Unterschied: Das Implantat überträgt Kaukräfte direkt auf den Knochen. Das verhindert den Knochenabbau. Implantate fühlen sich an wie eigene Zähne – sie sitzen fest, man denkt nicht daran beim Essen, Lachen oder Sprechen.

Kosten im Vergleich

Eine Vollprothese kostet mit Kassenleistung und Eigenanteil zwischen 500 und 2.000 Euro. Ein Implantat mit Krone kostet zwischen 2.000 und 3.500 Euro pro Zahn. Bei vollständig zahnlosem Kiefer: All-on-4 liegt je nach Ausführung zwischen 15.000 und 25.000 Euro pro Kiefer.

Das klingt teuer – aber Implantate halten bei guter Pflege ein Leben lang. Eine Prothese muss alle 5–8 Jahre erneuert oder angepasst werden.

Wann ist eine Prothese die bessere Wahl?

Es gibt Situationen, in denen eine Prothese sinnvoll oder notwendig ist: wenn zu wenig Knochen für Implantate vorhanden ist und ein Knochenaufbau nicht möglich oder gewünscht ist, wenn der Gesundheitszustand des Patienten eine Operation ausschließt, oder wenn die finanziellen Mittel für Implantate nicht vorhanden sind.

Aber: Auch eine Prothese kann auf Implantaten befestigt werden – das nennt sich implantatgetragene Prothese. Sie sitzt deutlich fester als eine konventionelle Prothese und bremst den Knochenabbau. Das ist oft ein guter Kompromiss zwischen Kosten und Lebensqualität.


Unsicher, was für Sie die richtige Lösung ist? Wir schauen uns Ihre Situation an und erklären Ihnen die Optionen ohne Verkaufsdruck. Beratungstermin vereinbaren →

Weiterführende Artikel:

Dr. Andreas Vogtner

Master of Science in Parodontologie und Implantologie · ITI Diploma · Zahnarzt in Ingolstadt