Implantologie · Knochenschwund · Zweitmeinung

„Erst Knochenaufbau – dann Implantate."
Wir sehen das oft anders.

Viele Patienten bekommen diesen Satz zu hören – und warten dann ein Jahr auf einen Eingriff, den sie vielleicht gar nicht gebraucht hätten. Dr. Andreas Vogtner erklärt, wann abgewinkelte Implantate eine echte Alternative sind.

3D-DVT
Präzise Knochenanalyse
1 Tag
Feste Zähne ohne Wartezeit
> 200
FZAET-Fälle in Ingolstadt
10+
Jahre Langzeitstudien

Was Ihr Knochen wirklich hergibt – und was nicht

Knochenschwund nach Zahnverlust ist normal. Der Kieferknochen baut sich ohne Kauzug ab – das ist Physiologie, kein Versagen. Trotzdem bedeutet Knochenschwund nicht automatisch, dass vor der Implantatversorgung ein Aufbau nötig ist.

Der entscheidende Faktor: Wo genau ist noch Knochen vorhanden? Abgewinkelte Implantate können Knocheninseln nutzen, die gerade Implantate nicht erreichen – vor allem den Bereich direkt vor der Kieferhöhle und die Kieferkammregion im hinteren Unterkiefer.

„Ich schaue mir jedes DVT an wie eine Landkarte. Es geht nicht darum, wie viel Knochen fehlt – sondern wo noch Knochen ist und wie ich ihn für die bestmögliche Verankerung nutze. In vielen Fällen, bei denen Kollegen sagen 'erst Aufbau', sehe ich auf dem DVT: da geht es auch ohne."
AV
Dr. Andreas Vogtner
Oralchirurg · Spezialist Implantologie · Ingolstadt

Wann sind abgewinkelte Implantate möglich?

Drei Faktoren entscheiden – alle lassen sich mit einem 3D-DVT messen.

01

Knochenhöhe anterior

Im vorderen Kieferbereich (direkt vor der Kieferhöhle) bleibt meist ausreichend Knochenhöhe erhalten. Hier setzen die abgewinkelten Implantate an.

02

Knochenbreite vorhanden

Mindestens 5–6 mm Breite werden für die Implantatverankerung benötigt. Diese Dimension bleibt oft länger erhalten als die vertikale Höhe.

03

Knochendichte D1–D3

Die Knochenqualität (Hounsfield-Werte im DVT) entscheidet über die Primärstabilität direkt nach dem Setzen – Voraussetzung für die Sofortbelastung.

Gerader vs. abgewinkelter Aufbau: Was ist der Unterschied?

Merkmal Gerader Aufbau Abgewinkelter Aufbau
Einbringwinkel 0° (senkrecht) 30–45°
Knochenanforderung Ausreichend vertikal überall Nur anterior ausreichend
Knochenaufbau nötig? Oft ja bei Atrophie Häufig nein
Behandlungszeit gesamt +4–12 Monate bei Aufbau Feste Zähne an 1 Tag möglich
Stabilität Langzeit Sehr gut Vergleichbar (Studien 10+ J.)
Zusatzkosten Aufbau 1.500–4.000 € extra Entfällt
Technische Anforderung Standard Erfahrener Spezialist nötig

Wann führt kein Weg am Knochenaufbau vorbei?

Ehrlichkeit gehört zur guten Behandlung. Es gibt Situationen, in denen ein Aufbau sinnvoll oder notwendig ist:

Extremer horizontaler Schwund

Wenn der Kieferkamm auf weniger als 4 mm verschmälert ist, fehlt der Verankerungsraum auch für abgewinkelte Implantate. Hier ist eine horizontale Augmentation sinnvoll.

Fehlende Primärstabilität

Zu weicher Knochen (D4) erreicht keine ausreichende Stabilität beim Eindrehen. Ein Knochenaufbau oder eine andere Implantatform wird nötig.

Ästhetisch kritische Zone

Im vorderen Oberkiefer – sichtbar beim Lächeln – kann ein Knochenvolumen für das ästhetische Ergebnis entscheidend sein, unabhängig von der Implantatstabilität.

Patientenwunsch für Einzelimplantate

Wer keine Brücke, sondern Einzelimplantate möchte, braucht an jedem Implantatort ausreichend Knochen. Das All-on-4-Konzept ist hingegen auf Brückenversorgung ausgelegt.

Die Entscheidung fällt nach Befund – nicht nach Routine. Wenn Ihnen woanders pauschal Knochenaufbau empfohlen wurde, ohne ein 3D-DVT gesehen zu haben: Das ist keine solide Grundlage.

Drei Fälle aus der Praxis

Echte Ausgangssituationen – wie wir die Entscheidung getroffen haben.

Oberkiefer
Helga, 67
Ausgangslage: Zahnlos seit 12 Jahren, Prothese
DVT-Befund: Vertikal 5–7 mm anterior, 4 mm posterior
Entscheidung: All-on-4 mit 2 abgewinkelten Implantaten, kein Aufbau

Helga trug seit über einem Jahrzehnt eine Totalprothese im Oberkiefer. Der Knochen hatte sich deutlich zurückgezogen – der Hauszahnarzt empfahl Knochenaufbau als Voraussetzung.

Im DVT zeigte sich: Im vorderen Bereich war noch ausreichend Knochen für zwei abgewinkelte und zwei gerade Implantate. Die hinteren Bereiche wurden bewusst nicht belastet.

Feste Zähne an einem Tag – ohne Knochenaufbau – jetzt 4 Jahre in Funktion
Unterkiefer
Klaus, 59
Ausgangslage: 3 Restbezahnung, fortgeschrittene Paro
DVT-Befund: Anterior 10 mm, posterior stark atrophiert
Entscheidung: All-on-4 rein anterior, 2× abgewinkelt hinten

Klaus hatte eine schwere Parodontitis. Die verbleibenden Zähne waren nicht mehr zu halten. Im hinteren Unterkiefer war der Knochen durch den Knochenabbau der Paro stark geschrumpft.

Die klassische Empfehlung: erst Paro-Nachsorge, dann Knochenaufbau posterior, dann Implantate in 12–18 Monaten. Unser Plan: Extraktion und sofort abgewinkelte All-on-4-Versorgung, die den vorhandenen Knochen anterior nutzt.

Gesamtbehandlung in 1 Sitzung – ohne 12-monatige Wartezeit auf Aufbau
Oberkiefer – Aufbau nötig
Monika, 63
Ausgangslage: Zahnlos seit 20 Jahren, Prothese
DVT-Befund: Anterior nur 3 mm Restbreite
Entscheidung: Knochenaufbau anterior, dann All-on-4

Nach 20 Jahren Prothese war der Kieferkamm im Oberkiefer auf unter 4 mm Breite abgebaut. Keine Technik – weder gerade noch abgewinkelte Implantate – hätte hier stabile Primärstabilität erreicht.

Wir haben Monika ehrlich erklärt: Hier führt kein Weg am Aufbau vorbei. Nach 6 Monaten Einheilung folgte die erfolgreiche All-on-4-Versorgung.

So läuft Ihr Beratungsgespräch ab

1
DVT-Analyse

Wir schauen uns Ihr 3D-Röntgenbild an – oder fertigen ein neues an. Hier sehen wir innerhalb von 15 Minuten, was Ihr Knochen hergibt.

2
Ehrliche Einschätzung

Sie bekommen eine klare Antwort: Geht es ohne Aufbau – oder nicht? Wenn nicht, erklären wir warum und zeigen den sinnvollsten Weg.

3
Behandlungsplan mit Kosten

Wenn Sie möchten, erhalten Sie noch im selben Gespräch einen detaillierten Kostenplan – für alle Optionen.

4
Keine Verpflichtung

Das Gespräch verpflichtet Sie zu nichts. Viele Patienten kommen mit dem Röntgenbild eines anderen Arztes – das ist ausdrücklich willkommen.

Weiterführende Informationen

Häufige Fragen

Kann man All-on-4 immer ohne Knochenaufbau machen?
Nicht immer – aber häufiger als viele denken. Bei ausreichend Retknochen in Schlüsselbereichen (Kieferhöhlenwand vorne, retromolare Region) können abgewinkelte Implantate den Aufbau ersetzen. Die Entscheidung fällt nach 3D-DVT-Analyse, nicht nach Augenschein.
Was ist der Unterschied zwischen geraden und abgewinkelten Implantaten?
Gerade Implantate werden senkrecht in den Kieferknochen eingebracht. Abgewinkelte Implantate (30–45°) nutzen vorhandene Knochenstrukturen – z. B. den Bereich vor der Kieferhöhle – und umgehen so Zonen mit Knochenschwund. Das Ergebnis ist identisch stabil.
Wie lange dauert ein All-on-4 ohne Knochenaufbau?
Ohne Knochenaufbau sind feste Zähne an einem Tag möglich: Implantate setzen + provisorische Brücke eingliedern in einer Sitzung. Die definitive Versorgung folgt nach 3–4 Monaten Einheilzeit.
Ist ein All-on-4 ohne Knochenaufbau genauso stabil?
Ja – wenn die Indikation stimmt. Abgewinkelte Implantate verteilen die Kaukräfte über eine größere Knochenfläche. Studien zeigen vergleichbare Überlebensraten zu regulären All-on-4-Versorgungen über 10+ Jahre.
Wann ist Knochenaufbau doch notwendig?
Bei extremem horizontalem Knochenschwund, bei dem nicht einmal abgewinkelte Implantate sicher verankert werden können, führt kein Weg am Aufbau vorbei. Das ist aber seltener als oft kommuniziert – und setzt eine präzise 3D-Analyse voraus.
Wie teuer ist All-on-4 ohne Knochenaufbau im Vergleich?
Ohne Knochenaufbau entfällt ein Eingriff, der je nach Umfang 1.500–4.000 € extra kosten kann. Zusätzlich spart sich der Patient 4–12 Monate Wartezeit. Detaillierte Kostenübersicht finden Sie auf unserer Kostenseite.
Woher weiß ich, ob mein Knochen reicht?
Nur durch ein 3D-DVT (digitales Volumentomogramm). Zweidimensionale Panoramaaufnahmen reichen für diese Beurteilung nicht aus. Wir analysieren das DVT bei Ihrem Beratungstermin.
Was passiert, wenn ich woanders nur 'Knochenaufbau zuerst' höre?
Holen Sie eine Zweitmeinung ein. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die Knochenaufbau routinemäßig empfehlen, weil sie abgewinkelte Implantate nicht anbieten oder die Technik nicht beherrschen. Das ist Ihr gutes Recht als Patient.

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Sie bringen Ihr Röntgenbild mit – wir sagen Ihnen ehrlich, was möglich ist.

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