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CMD – wenn der Kiefer schmerzt und die Zähne knirschen

Kopfschmerzen, Kieferknacken, abgenutzte Zähne – das können Zeichen einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD) sein. Erfahren Sie, was dahintersteckt und wie wir behandeln.

Dr. Andreas Vogtner
· CMD

Kopfschmerzen morgens nach dem Aufwachen, ein knackendes Kiefergelenk, Schmerzen beim Kauen oder Gähnen, abgenutzte Zähne – das sind Zeichen, die viele Menschen jahrelang ignorieren oder falsch zuordnen. Oft steckt eine cranio-mandibuläre Dysfunktion dahinter, kurz CMD.

Was ist CMD?

CMD ist ein Sammelbegriff für Funktionsstörungen des Kausystems – also der Zähne, der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der zugehörigen Nerven. Wenn diese Strukturen nicht harmonisch zusammenspielen, entstehen Beschwerden, die weit über den Mund hinausgehen können.

CMD ist häufiger als viele denken: Schätzungen zufolge sind bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen, viele davon ohne Diagnose.

Typische Symptome

  • Kiefergelenksknacken oder -schmerzen
  • Schmerzen beim Kauen, Gähnen oder weit Öffnen des Mundes
  • Morgenliche Kopfschmerzen oder Schläfenschmerzen
  • Nackenschmerzen und Verspannungen
  • Abgenutzte, abgeflachte oder gerissene Zähne (Zeichen von Zähneknirschen)
  • Tinnitus oder Ohrenschmerzen ohne erkennbare Ursache
  • Schwindel

Das Tückische: Viele dieser Symptome werden nicht mit dem Kiefer in Verbindung gebracht. Patienten suchen zuerst beim Neurologen, Orthopäden oder HNO-Arzt – und finden keine Erklärung.

Ursachen von CMD

Zähneknirschen (Bruxismus) ist eine der häufigsten Ursachen. Viele Menschen knirschen nachts, ohne es zu merken – der Partner hört es, der Betroffene nicht. Stress ist ein wesentlicher Auslöser: Anspannung, die tagsüber nicht abgebaut wird, entlädt sich nachts über den Kiefer.

Weitere Ursachen sind Fehlbisse, Zahnverlust ohne Ersatz, schlecht sitzender Zahnersatz oder Verletzungen des Kiefergelenks.

Wie wird CMD behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Häufig beginnt sie mit einer Aufbissschiene – einer individuell angepassten Kunststoffschiene, die nachts getragen wird. Sie schützt die Zähne vor weiterem Abrieb und entlastet das Kiefergelenk.

Bei starken Muskelverspannungen kann Physiotherapie helfen. In manchen Fällen ist eine Anpassung des Bisses notwendig – durch Einschleifen, Aufbauten oder Zahnersatz.

Wichtig: CMD ist oft ein multifaktorielles Problem. Eine rein zahnmedizinische Behandlung reicht manchmal nicht aus – Stressmanagement, Physiotherapie und manchmal auch psychologische Unterstützung sind Teil einer umfassenden Therapie.

Was passiert, wenn CMD unbehandelt bleibt?

Die Zähne nutzen sich weiter ab – im schlimmsten Fall bis auf die Zahnhälse. Das Kiefergelenk kann dauerhaft geschädigt werden. Chronische Schmerzen im Kiefer, Kopf und Nacken können die Lebensqualität erheblich einschränken.


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Dr. Andreas Vogtner

Master of Science in Parodontologie und Implantologie · ITI Diploma · Zahnarzt in Ingolstadt