KI beim Zahnarzt: Was das für Sie als Patient bedeutet
Künstliche Intelligenz verändert die Zahnmedizin – bei der Diagnose, beim Zahnersatz und in der Behandlungsdokumentation. Was das konkret bedeutet, wenn Sie zu uns kommen.
Von Dr. Andreas Vogtner, Zahnarzt und Praxisinhaber in Ingolstadt
Künstliche Intelligenz ist in der Zahnmedizin kein Zukunftsthema mehr. Wir setzen sie in unserer Praxis bereits ein – bei der Röntgendiagnostik, beim Design und Druck von Zahnersatz und bei der Behandlungsdokumentation. Was das konkret für Sie als Patient bedeutet, erkläre ich hier.
Warum KI in der Zahnmedizin sinnvoll ist
Zahnärztliche Diagnosen basieren auf Bildern: Röntgenaufnahmen, DVT-Scans, Fotos. Das menschliche Auge ist gut darin, Muster zu erkennen – aber es übersieht auch etwas, besonders wenn viele Bilder schnell hintereinander beurteilt werden müssen oder wenn ein Befund sehr klein ist.
KI-Systeme werden mit Millionen von Bildern trainiert. Sie erkennen Muster, die statistisch mit bestimmten Befunden zusammenhängen, und markieren sie. Das ersetzt keine ärztliche Entscheidung – aber es ist ein zweites Paar Augen, das nie müde wird.
Diagnocat: KI-gestützte Röntgenanalyse
Das System, das wir für die Analyse von Röntgenbildern einsetzen, heißt Diagnocat. Es analysiert DVT-Aufnahmen, Panoramaröntgen und intraorale Bilder und markiert auffällige Befunde automatisch.
Was das in der Praxis bedeutet: Wenn ich Ihr Röntgenbild öffne, hat Diagnocat es bereits analysiert. Karies, Knochenabbau, Entzündungsherde, Implantat-Komplikationen – das System erkennt über 65 verschiedene Befundtypen. Eine Studie, die Ende 2025 in der Fachzeitschrift Nature Scientific Reports veröffentlicht wurde, bescheinigte Diagnocat eine Diagnosegenauigkeit von 94,9 bis 99,9 Prozent auf Zahnebene.
Was das für Sie bedeutet: Befunde werden früher erkannt. Eine kleine Karies, die im Frühstadium mit einer Füllung behandelt werden kann, bleibt keine große Karies, die einen Wurzelkanal erfordert. Früherkennung ist in der Zahnmedizin fast immer die günstigere und schonendere Option.
Dazu kommt ein weiterer Vorteil: Diagnocat erstellt einen patientenfreundlichen Bericht, der Ihre Zahnbefunde verständlich darstellt. Sie sehen nicht nur, was ich sehe – Sie verstehen auch, warum eine Behandlung sinnvoll ist. Das ist keine Verkaufsstrategie, sondern echte Transparenz.
SprintRay und KI-Design: Zahnersatz am selben Tag
Unser hauseigenes 3D-Druck-Labor arbeitet mit SprintRay-Systemen. Was früher eine Woche dauerte – Abdruck nehmen, ins Labor schicken, Provisorium tragen, Einsetzen – funktioniert heute oft an einem einzigen Tag.
Der Ablauf: Wir nehmen einen digitalen Intraoralscan Ihres Mundes. Dieser Scan wird in ein KI-gestütztes Designsystem geladen, das automatisch eine Krone oder einen anderen Zahnersatz konstruiert – angepasst an Ihre Okklusion, Ihre Nachbarzähne und Ihre individuelle Anatomie. Das Design wird von uns geprüft und angepasst, dann direkt in der Praxis gedruckt.
Das SprintRay Cloud Design mit KI-Unterstützung liefert druckfertige Designs in wenigen Minuten. Für Schienen (zum Beispiel Knirscherschienen) funktioniert das sogar in unter fünf Minuten. Für Kronen und Brücken dauert es etwas länger, weil wir das Ergebnis sorgfältig prüfen – aber der Unterschied zu früher ist erheblich.
Was das für Sie bedeutet: weniger Termine, kein Provisorium über Wochen, schnellere Versorgung. Und weil alles digital passiert, ist die Passgenauigkeit besser als bei konventionellen Abdrücken.
Nelly: KI-Dokumentation während der Behandlung
Das dritte System, das wir einsetzen, ist weniger sichtbar – aber für die Qualität Ihrer Behandlung genauso wichtig. Nelly ist ein KI-Dokumentationssystem, das während der Behandlung im Hintergrund mitläuft.
Was das konkret bedeutet: Wenn ich Ihnen erkläre, was ich sehe und was ich plane, transkribiert Nelly dieses Gespräch in Echtzeit. Das System unterscheidet selbstständig zwischen medizinisch relevantem Inhalt und allgemeinem Smalltalk. Diagnosen, Befunde, Behandlungspläne – alles wird strukturiert in Ihrer Patientenakte abgelegt, ohne dass ich nach der Behandlung noch einmal alles nachtippen oder diktieren muss.
Der Vorteil für Sie: Ich schaue Sie an, nicht den Bildschirm. Das Gespräch bleibt ein Gespräch. Und alles, was besprochen wurde, ist lückenlos dokumentiert – keine vergessenen Details, keine Lücken, die später zu Missverständnissen führen.
Eine Studie des King’s College London hat gezeigt, dass KI-Spracherkennungssysteme in der medizinischen Dokumentation eine Zeitersparnis von bis zu 60 Prozent ermöglichen. Diese Zeit investieren wir in die Behandlung – nicht in Verwaltung.
Was KI nicht kann – und was das für uns bedeutet
KI trifft keine medizinischen Entscheidungen. Diagnocat markiert Auffälligkeiten, aber ich entscheide, ob eine Behandlung notwendig ist und wie sie aussieht. SprintRay druckt, was wir designen – aber das Design prüfen wir. Nelly schreibt mit, was gesprochen wird – aber ich verantworte den Behandlungsplan.
Das ist kein Disclaimer, sondern ein Prinzip. KI ist ein Werkzeug, das uns präziser, schneller und weniger fehleranfällig macht. Die Entscheidungshoheit bleibt beim Arzt – und das ist gut so.
Was diese Kombination aus KI und spezialisierter Expertise bedeutet: Sie bekommen in unserer Praxis nicht nur die Erfahrung eines Implantologen mit M.Sc. und ITI Diploma, sondern auch die diagnostische Unterstützung durch Systeme, die in der Lage sind, Dinge zu sehen, die das menschliche Auge allein vielleicht übersehen würde.
Für wen ist das relevant?
Für alle Patienten, die Wert auf eine gründliche, transparente und zeitgemäße Behandlung legen. Besonders für Menschen, die komplexe Fälle mitbringen – fehlende Zähne, Knochenabbau, Parodontitis, umfangreiche Sanierungen – ist der Einsatz dieser Systeme ein echter Unterschied.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihre konkrete Situation aussieht und welche Behandlung sinnvoll wäre, kommen Sie zu uns. Wir schauen uns das an – mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.
Termin vereinbaren: Kontakt und Terminanfrage →
Weiterführende Artikel:
Dr. Andreas Vogtner
Master of Science in Parodontologie und Implantologie · ITI Diploma · Zahnarzt in Ingolstadt
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