All-on-4 Ablauf: Was von Ersttermin bis zu festen Zähnen passiert
Wer sich mit All-on-4 beschäftigt, hat meistens eine konkrete Frage: Wie lange dauert das, und was passiert eigentlich genau? Die Antworten, die man online findet, sind oft vage oder beschreiben einen idealisierten Ablauf, der mit der Realität wenig zu tun hat. Dieser Artikel erklärt, wie eine All-on-4-Behandlung bei uns in Ingolstadt tatsächlich abläuft – mit echten Zeitangaben und ohne Beschönigung.
Schritt 1: Der Kennenlerntermin (30 Minuten)
Am Anfang steht ein kurzes Gespräch. Kein Verkaufsgespräch, kein Druck – sondern ein Basisbefund, bei dem wir uns ein erstes Bild machen. Wir schauen, was vorhanden ist, was fehlt, und ob All-on-4 grundsätzlich in Frage kommt. Dieser Termin dauert etwa 30 Minuten.
Wenn nach diesem Gespräch klar ist, dass eine ausführlichere Planung sinnvoll ist, vereinbaren wir einen Diagnostik-Termin.
Schritt 2: Der Diagnostik-Termin (45 Minuten)
Das ist der entscheidende Termin für die Planung. Wir erstellen einen digitalen Situationsscan (3D-Abdruck des Kiefers), einen Fotostatus und die notwendige Röntgendiagnostik. In den meisten Fällen ist das ein DVT – ein digitales Volumentomogramm, das den Kiefer dreidimensional darstellt. Nur mit diesen Daten lässt sich beurteilen, wie viel Knochen vorhanden ist, wo die Implantate gesetzt werden können und ob ein Knochenaufbau nötig ist.
Dieser Termin dauert etwa 45 Minuten.
Schritt 3: Der Besprechungstermin
Bei komplexeren Fällen – und All-on-4 ist immer ein komplexer Fall – gibt es einen separaten Besprechungstermin. Wir zeigen dem Patienten die Planungsdaten, erklären die Behandlungsoptionen und erstellen einen vollständigen Behandlungsplan mit allen Terminen und Kosten bis zum vereinbarten Therapieergebnis. Keine versteckten Kosten, keine Überraschungen.
Schritt 4: Die OP (90 Minuten + Einsetzen des Provisoriums)
Zwischen dem ersten Kennenlerntermin und der OP liegen in der Regel 2 bis 3 Wochen – für die Planung, die Herstellung der Bohrschablone und die Vorbereitung des Provisoriums.
Der OP-Tag selbst ist ein Vormittag. Die eigentliche Operation dauert etwa 90 Minuten. Dabei werden in der Regel vier Implantate gesetzt – zwei gerade und zwei gekippt, um den vorhandenen Knochen optimal zu nutzen. Anschließend heilt der Patient in der Praxis aus.
Das Langzeitprovisorium – also die provisorischen festen Zähne – wird noch am selben Tag eingesetzt. Der Patient verlässt die Praxis in der Regel gegen 14 Uhr mit einem festen Gebiss.
Schritt 5: Die Einheilphase (3 Monate)
Nach der OP kommt der erste Kontrolltermin nach 7 Tagen zur Wundkontrolle und Nahtentfernung. Danach folgt nach etwa 6 Wochen eine Mundhygienekontrolle.
Die Implantate brauchen 3 Monate, um vollständig mit dem Knochen zu verwachsen. In dieser Zeit trägt der Patient das Langzeitprovisorium. Ob er dabei weitgehend normal essen kann oder auf weichere Kost achten sollte, hängt von der Primärstabilität der Implantate ab – das wird individuell besprochen.
Schritt 6: Der definitive Zahnersatz (nach 3 Monaten)
Nach der Einheilphase wird der endgültige Zahnersatz hergestellt. Das geschieht in Zusammenarbeit mit einem spezialisierten externen Dentallabor. Der definitive Zahnersatz ist langlebiger und ästhetisch hochwertiger als das Provisorium.
Zeitplan auf einen Blick
| Phase | Zeitraum |
|---|---|
| Ersttermin (Kennenlernen + Basisbefund) | 30 Minuten |
| Diagnostik-Termin (Scan, DVT, Fotos) | 45 Minuten |
| Von Ersttermin bis OP | 2–3 Wochen |
| OP-Tag (OP + Einsetzen Provisorium) | Vormittag bis ca. 14 Uhr |
| Erster Kontrolltermin | nach 7 Tagen |
| Mundhygienekontrolle | nach 6 Wochen |
| Einheilzeit | 3 Monate |
| Definitiver Zahnersatz | ab Monat 3 |
Was Patienten häufig unterschätzen
Der OP-Tag selbst ist für die meisten Patienten weniger belastend als erwartet. Was viele unterschätzen, ist die Einheilphase: 4 bis 7 Tage Arbeitsunfähigkeit sind realistisch, und die ersten Wochen erfordern Geduld. Das Provisorium sieht gut aus und funktioniert, aber es ist noch nicht der finale Zustand.
Wer sich das bewusst macht, erlebt die Behandlung deutlich entspannter.
Was kostet All-on-4?
Die Kosten für eine All-on-4-Versorgung liegen je nach Ausgangssituation und Materialwahl bei 12.000 bis 18.000 Euro pro Kiefer. Die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur den Festzuschuss für den definitiven Zahnersatz – Implantation und weitere Leistungen werden nicht erstattet. Wir bieten eine zinsfreie Finanzierung für bis zu 4 Monate an; bei längeren Laufzeiten vermitteln wir Ratenzahlungen über BFS oder Nelly.
Mehr zu den Kosten: All-on-4 Kosten pro Kiefer 2026
Wer ist geeignet für All-on-4?
All-on-4 ist auch bei reduziertem Knochenangebot oft möglich – das ist einer der Vorteile des Konzepts. Absolute Kontraindikationen sind unkontrollierter Diabetes, bestimmte Medikamente wie Bisphosphonate und schwere Allgemeinerkrankungen. Das Mindestalter liegt bei etwa 25 Jahren, wenn das Knochenwachstum abgeschlossen ist.
Mehr dazu: All-on-4 bei Knochenschwund – geht das wirklich?
Dr. Andreas Vogtner ist Master of Science in Parodontologie und Implantologie und hat das ITI Diploma. Seit 2014 werden in der Praxis Implantate gesetzt – bisher über 3.000 Implantate und rund 400 All-on-4- und All-on-6-Versorgungen.
Weiterführende Ratgeber:
Dr. Andreas Vogtner
Master of Science in Parodontologie und Implantologie · ITI Diploma · Zahnarzt in Ingolstadt
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