Mundhygiene bei Zahnimplantaten – was wirklich zählt
Zahnimplantate pflegen wie normale Zähne? Das reicht nicht. Erfahren Sie, warum die richtige Mundhygiene über Erfolg und Misserfolg Ihres Implantats entscheidet.
„Ich putze doch täglich meine Zähne – das reicht doch auch für das Implantat.”
Das höre ich oft. Und es stimmt zur Hälfte.
Richtig ist: Implantate brauchen Pflege. Falsch ist: Dieselbe Routine wie für natürliche Zähne ist ausreichend. Ein Implantat hat keine natürliche Verbindung zum Knochen wie ein echter Zahn. Das Gewebe drum herum reagiert anders auf Bakterien. Und wenn es sich entzündet, gibt es keine zweite Chance: Der Knochen, der einmal abbaut, kommt nicht zurück.
Was Periimplantitis bedeutet – und warum Sie das wissen sollten
Periimplantitis ist das, was Parodontitis für natürliche Zähne ist. Eine bakterielle Entzündung, die den Knochen rund ums Implantat abbaut.
Der Unterschied: Bei natürlichen Zähnen verläuft dieser Prozess langsamer. Beim Implantat kann er schneller voranschreiten. Rund 20 Prozent aller Implantate zeigen nach zehn Jahren Anzeichen von Periimplantitis – in den meisten Fällen wegen mangelhafter Hygiene.
Das ist kein seltenes Szenario. Das ist ein reales Risiko, das Sie kennen sollten.
Die drei Bereiche, auf die es ankommt
1. Die tägliche Reinigung zu Hause
Schrägborstige Zahnbürste, zweimal täglich, mindestens zwei Minuten. Das ist das Minimum. Dazu kommt die Reinigung der Zwischenräume – und hier liegt der häufigste Fehler.
Eine normale Zahnseide reicht oft nicht aus. Die meisten Implantate haben eine andere Geometrie als natürliche Zähne. Interdentalzahnbürsten oder Wasserflossen reinigen die Bereiche, die die Zahnseide nicht erreicht.
Elektrische Zahnbürsten mit Drucksensor sind eine gute Wahl. Zu hartes Putzen schadet dem Gewebe rund ums Implantat.
2. Die professionelle Prophylaxe
Zweimal jährlich in die Praxis – das ist die Mindestempfehlung nach einer Implantation. In den ersten zwei Jahren nach der Versorgung empfehle ich vier Termine pro Jahr.
Warum? Weil wir Bereiche reinigen, die Sie mit der Zahnbürste nicht erreichen. Weil wir früh erkennen, wenn sich etwas verändert. Und weil Periimplantitis in frühen Stadien aufhaltbar ist – in späten Stadien nicht mehr.
3. Risikofaktoren kennen
Rauchen ist der größte Feind jedes Implantats. Es drosselt die Durchblutung, stört die Wundheilung und erhöht das Risiko für Entzündungen um das Dreifache.
Auch schlecht eingestellter Diabetes beeinflusst die Implantathaltbarkeit. Sprechen Sie mit uns, wenn Sie unter chronischen Erkrankungen leiden. Wir passen das Pflegeprotokoll entsprechend an.
Was Sie von uns mitbekommen
Nach jeder Implantatversorgung in unserer Praxis in Ingolstadt erhalten Sie eine individuelle Pflegeinstruktion. Nicht als Standardzettel – sondern persönlich, zugeschnitten auf Ihre Situation.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Implantat reinigen. Wir empfehlen die richtigen Hilfsmittel. Und wir vereinbaren mit Ihnen einen Prophylaxeplan.
Ein Implantat ist eine Investition, die Jahrzehnte halten kann. Die Pflege entscheidet darüber, ob das auch so bleibt.
Fragen zur Pflege Ihres Implantats? Sprechen Sie uns an. Termin vereinbaren →
Dr. Andreas Vogtner
Master of Science in Parodontologie und Implantologie · ITI Diploma · Zahnarzt in Ingolstadt
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